Puccini & Co, Amen.

13.09.2020
18:30 | Lukaskirche, Luzern

Geistliche Musik aus der Opernwelt
Konzert mit dem Vokalensemble Luzern
Leitung: Hansjakob Egli

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791): Gloria aus der Grossen Messe c-Moll, KV 427
Georges Bizet (1838 – 1875): Te Deum
Gaetano Donizetti (1797 – 1848): Miserere
Franz von Suppé (1819 – 1895): Requiem d-Moll
Giacomo Puccini (1858 – 1924): Gloria aus der Messa di Gloria

Opernkomponisten im Beichtstuhl? Ungehört – Unerhört!

Berühmte Komponisten-Namen stehen auf dem Programm. Ihre Opern oder Operetten sind berühmt und geniessen seit den Uraufführungen die Gunst des Publikums. Es gibt aber noch eine weitere, verbindende Gemeinsamkeit dieser Komponisten: Sie alle haben geistliche Musik komponiert. So entstanden Werke, die die Opern-Welt kontrastieren, als spirituelles Bekenntnis oder als «Hommage » an frühere Komponisten. Musik mit grosser stilistischer Individualität und erfrischender Kreativität. Kompositionen, die selten zu hören sind. Meistens finden sie keinen Platz im Repertoire traditioneller Konzertprogramme. Doch ihre reizvolle Originali- Peter Brechbühler Hansjakob Egli tät lässt uns aufhorchen, staunen und geniessen. Freuen Sie sich auf die geistliche Musik aus der Opern-Welt!

Mozart: Ein Komponist zwischen Messen und Opern.

Den Anfang des Konzertprogramms widmen wir Mozart. 22 Opern schrieb er und annähernd gleich viele Messen. Dadurch ist seine stilistische Verbindung geistlicher und weltlicher Musik exemplarisch dokumentiert. Die Einflüsse aus Italien, dem Ursprungsland der Oper, begleiteten ihn in seinen geistlichen Werken gleichermassen wie in seinen Opern. So zeigt das von uns ausgewählte «Gloria» (im «Laudamus te») eine der eindrücklichsten Koloratur-Arien, verbunden mit opernhafter Virtuosität. Aber auch ein Solo-Duett, -Terzett oder -Quartett fehlt nicht, ganz wie in einer Oper. Und sein Gloria – es umfasst bekanntlich nur wenige Worte – dauert ganze 22 Minuten und deutet auf Dimensionen hin, wie wir sie von der Oper her kennen.

Georges Bizet: Nicht «Carmen» – ein Te Deum.

Erst 1971 sind die Noten dieses Werkes gedruckt und verlegt worden. Der junge Komponist hat es in Rom geschrieben. Aber den begehrten Rodrigo-Preis hat er dafür nicht erhalten. Zu gross waren die Freiheiten, die er sich im Liturgischen erlaubt hat. Der Einfluss des pomphaften italienischen Kirchenmusikstils mit seiner glanzvollen Wirkung ist es aber, der das Werk auch heute noch für die Zuhörer attraktiv macht. Eine echte Trouvaille. Gaetano Donizetti: Miserere in d-moll (Psalm 50). Wer hat den Wahnsinn am schauerlich-schönsten auf die Opernbühne gebracht? Natürlich: Gaetano Donizetti in seiner berühmten Oper «Lucia di Lammermoor ». In unserem Programm widmet sich der grosse Meister des Belcanto mit seiner Komposition geistlicher Musik. Das Miserere war ursprünglich der Eröffnungs-Satz eines Oratoriums.

Der Operettenkönig Franz von Suppé hinterliess ein OEuvre mit über 200 Bühnenwerken, von denen die Ouvertüren zu «Dichter und Bauer» und «Leichte Kavallerie » am bekanntesten sind. Sein «Boccaccio» gehört zum Standard- Repertoire deutschsprachiger Bühnen. Nachdem er sein Studium mit nur 21 Jahren abgeschlossen hatte, stellte das Theater in der Josefstadt
ihn als Kapellmeister ein. Anlässlich des Todes seines Förderers Franz
Pokorni komponierte Suppé das Requiem, welches 1855 in der Piaristenkirche
Wien uraufgeführt wurde. Ein Werk voller Qualitäten – das weitgehend unbekannt bleibt: Keine Totenklage sondern ein christlichkatholisches
Bekenntniswerk.

Giacomo Puccini: Messa di Gloria – eine Abschlussarbeit am Konservatorium in Lucca.

1880 entstanden, stellt das Jugendwerk Puccinis erste umfangreiche Komposition dar. Das gross angelegte Werk ging erst 1951 in Druck. Dies, obwohl Puccini einfallsreiche Musik von grosser Meisterschaft in der Instrumentation und in der Kompositionstechnik des Kontrapunkts aufzeigt. Die herrlichen Chorstellen bilden einen Höhepunkt geistlicher Musik und verdienen Wertschätzung und Bewunderung.

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Mitwirkende:

Vokalensemble Luzern
Camerata Musica Luzern
Simone Durrer-Stock, Sopran
Patricia Flury, Sopran
Barbara Erni, Alt
Robert Maszl, Tenor
Flurin Caduff, Bass
Hansjakob Egli, Leitung